Seed trade

Konzentration auf wenige global agierende Firmen

In den letzten Jahrzehnten ist weltweit die Zahl der Pflanzenzüchter im privaten und im öffentlichen Bereich zurückgegangen. Der Grossteil der Sortenzüchtung und des Saatguthandels wird von rund zehn globalen Firmen betrieben.1 Eine solche Konzentration wird als Folge der Globalisierung in vielen Bereichen der Wirtschaft beobachtet. Hinzu kommt, dass die Kosten für Forschung, Entwicklung und Zulassung von neuen Pflanzensorten gestiegen sind.

Der Trend zu wenigen Grossfirmen betrifft sowohl GV- als auch konventionelle Pflanzenzüchtungen. Er wird allerdings dadurch verstärkt, dass für die Zulassung von GV-Sorten besonders kostspielige Sicherheitstests und Zulassungsverfahren verlangt werden. Kleinere Agrarfirmen können sich diese nicht leisten und werden verdrängt.

International wird die Sortenzüchtung und der Saatguthandel mehrheitlich von etwa 10 globalen Unternehmen betrieben. Abbildung: P.H. Howard (2009) in Sustainability, 1(4): 1266-1287.
International wird die Sortenzüchtung und der Saatguthandel mehrheitlich von etwa 10 globalen Unternehmen betrieben. Abbildung: P.H. Howard (2009) in Sustainability, 1(4): 1266-1287.
×
International wird die Sortenzüchtung und der Saatguthandel mehrheitlich von etwa 10 globalen Unternehmen betrieben. Abbildung: P.H. Howard (2009) in Sustainability, 1(4): 1266-1287.
International wird die Sortenzüchtung und der Saatguthandel mehrheitlich von etwa 10 globalen Unternehmen betrieben. Abbildung: P.H. Howard (2009) in Sustainability, 1(4): 1266-1287.

Die öffentliche Agrarforschung und -züchtung fördern

Eine stärkere Förderung der Agrarforschung und -züchtung an öffentlichen Forschungsinstitutionen könnte der Abhängigkeit der Landwirte von Agrarfirmen entgegenwirken. Um die genetische Vielfalt der Nutzpflanzen zu bewahren und der Öffentlichkeit langfristig zur Verfügung zu stellen, betreiben in der Schweiz die Forschungsanstalten des Bundes sogenannte Genbanken. Darin wird Pflanzenmaterial von traditionellen Kultursorten aufbewahrt und zur Verfügung gestellt.

Besondere Herausforderungen für Entwicklungsländer 

Die öffentliche Agrarforschung und Sortenzüchtung ist in den Entwicklungsländern noch wichtiger als bei uns, weil die globalen Saatgutfirmen ihre Investitionen auf die grossen Märkte, auf die Industrieländer und auf die besten Anbaugebiete konzentrieren. Für schwierige Anbaugebiete und für Nutzpflanzen, die nur von lokaler Bedeutung sind – sogenannte «orphan crops» – stehen daher seltener leistungsfähige und robuste Neuzüchtungen zur Verfügung. Der Graben weitet sich, wenn es den Entwicklungsländern und öffentlichen Forschungsinstituten an Ressourcen für die Züchtung mangelt oder wenn sie die Potenziale der GV-Pflanzen aus verschiedenen Gründen nicht nutzen können.

Referenz

(1) Howard PH (2009) Visualizing consolidation in the global seed industry: 1996 – 2008. Sustainability 1:1266 – 1287. http://www.mdpi.com/2071-1050/1/4/1266. Link

Forschung

Agroinfiltration bei Tabak. Foto: Christoph Lüthi, Forum Genforschung

Eine starke öffentliche Agrarforschung ist notwendig, um der Landwirtschaft nachhaltig einsetzbare Nutzpflanzen zur Verfügung zu stellen.

Politische Debatte

Runder Tisch

Die Gentechnik wird seit gut 30 Jahren kontrovers debattiert. Eine Übersicht über die Entwicklung.