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Klimakonferenz Kopenhagen aus erster Hand

49. Parlamentariertreffen der Gruppe "Klimaänderung"

2010
Mar 24
Venue
Teaser: Klimakonferenz Kopenhagen aus erster Hand

Welche Eindrücke bringen die Delegationsschefs von der Klimakonferenz zurück? Welche Folgerungen ziehen sie für die Schweiz? Welche Herausforderungen stellen sich dem Parlament und den weiteren Akteuren?
Kurzbericht vom Parlamentariertreffen vom 9. März 2010.

Die Erwartungen an der Klimakonferenz in Kopenhagen waren sehr hoch und damit war die Chance für eine Enttäuschung auch gross. Die Konferenz hat den Durchbruch in der Klimapolitik nicht gebracht, da keine verbindlichen Klimaschutzmassnahmen verabschiedet wurden. Anderseits wurde das 2 Grad Celsius Stabilisierungsziel als Leitplanke anerkannt. Somit ist zwar ein sehr ambitiöses Ziel festgeschrieben, aber der Weg dorthin bleibt unklar, denn mit den derzeit vorliegenden nationalen Klimaschutzmassnahmen bewegen wir uns auf eine im globalen Mittel 3-4 Grad wärmere Welt zu.

Der Umweltminister und Delegationschef in Kopenhagen, Bundesrat Moritz Leuenberger, diskutierte aus erster Hand über seine Eindrücke vom Klimagipfel in Kopenhagen. Mit jedem Monat vor der Konferenz und an der Klimakonferenz wurden immer grössere Worte gesprochen, denen aber keine verbindlichen Schritte folgten. Die Staatengemeinschaft ist gefangen in einer Warteschlaufe, wo jeder Staat auf das mutige Voranschreiten des andern wartet. Als grosse Hoffnung warteten alle auf Obama, der diese Erwartungen nicht erfüllen konnte. Auch China zeigte sich wenig kooperativ mit der Erwartung, dass seine Reduktionsanstrengungen eine Anschubfinanzierung erhalten sollten. Die Konferenz war generell zu stark Eurozentriert. Die Schweiz wird sich an der nächsten Klimakonferenz in Mexico zusammen mit Mexico und Süd-Korea engagieren und eine doppelte Strategie fahren: die der Weltpolitik und die einer wirkungsvollen Inlandpolitik. Die Rolle der Wissenschaft wird von BR Leuenberger als sehr wichtig angesehen.

Besonders in den USA, aber zum Teil auch in Europa wurde in den letzten Wochen über die Kältewelle diskutiert und einige skeptische Stimmen sahen darin bereits den Beweis, dass der Mensch nicht Schuld an der Klimaerwärmun ist und stellten die Resultate des IPCC in Frage. Der BAFU Direktor Bruno Oberle illustrierte mit einer Grafik (siehe Illustration), dass im Januar zwar in weiten Teilen der USA eine überdurchschnittliche Kälte herrschte, dass diese aber mehr als kompensiert wurde durch ausserordentliche Wärme in den Polarregionen (namentlich auch in Kanada mit den wegen der Wärme schwierigen olympischen Winterspielen) und in äquatorialen Breiten. Dasselbe Bild setzte sich übrigens auch im Februar fort.

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