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Der Senatsvormittag

SCNAT - The House of Sciences


Der Senatsvormittag ist ein öffentlicher Anlass mit grossem Renommée. Er dient der Positionierung der Akademie in relevanten und aktuellen Fragen.

2006 findet kein Senatsvormittag statt.

Das Thema des Senatsvormittages vom 13. Mai 2005 lautete:

"Forschungsfinanzierung im Umbruch: Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer?"

In der Schweiz und in der EU sind grosse wissenschaftspolitische Reformen im Gange. Die Forschungsfinanzierung steht im Zentrum. Öffentliche Gelder werden aus der Schweiz in das European Research Council (ERC) fliessen. Eine Kürzung der Forschungsbeiträge an Schweizer Hochschulen und den Schweizer Nationalfonds wird von den Forschungsinstitutionen befürchtet.

Beschlossen scheint in der Schweiz bereits die Schaffung von "Overheads" ab 2008, mit denen die Infrastrukturkosten von Forschungsprojekten finanziert werden sollen. Die Referenten wiesen aber darauf hin, dass diese 20 Prozent nicht realistisch sind. In der Regel machen diese Kosten gegen 50 Prozent aus.

Auf europäischer Ebene wird mit dem ERC der Forschungsstandort Europa gestärkt. Auch Forschende aus der Schweiz erhalten die Möglichkeit, Gelder für Projekte zu bekommen. Werden staatlichen Gelder für das ERC ergänzend zu den bisherigen, also komplementär, eingesetzt, würde damit auch eine gute Basis geschaffen, dass sich Schweizer Forschende auf europäischer Ebene etablieren können.

Heute steht den Schweizer Forschenden 2,57 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BPI) für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Im Vergleich ist Schweden mit 4,27 Prozent in dieser Skala an oberster Stelle, Grossbritannien mit 1,88 Prozent an letzter. Das definierte Ziel der EU liegt bei 3,00 Prozent. Somit liegt die Schweiz nur wenig unter dem definierten Ziel. Differenzierter geschaut stellt man fest, dass die Schweizer Forschung zu einem grossen Teil (1.92 Prozent) von der Wirtschaft finan-ziert ist und die öffentlichen Gelder nur 0,65 Prozent ausmachen. Dies ist eindeutig unter den EU Zielsetzungen, wonach die öffentlichen Gelder 1 Prozent vom BPI ausmachen sollten.

Die Referenten:

  • Dr. Ing. Martin Grabert, Direktor Koordinierungsstelle EG der Wissenschaftsorganisationen Bruxelles
  • Prof. Dr. Imboden, Präsident Schweiz. Nationalfonds
  • Prof. Reinhard Neier, Vizerektor Forschung, Université de NeuchâtelProf. Ulrich W. Suter, Vizepräsident, ETH Zürich
  • Christiane Langenberger, Präsidentin Kommission für Wissenschaft, Ständerätin

Senatsvomittag 13. Mai 2005

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